Warum werden manche Kreditkarten hochgeprägt und manche nicht?

Hochgeprägte Kreditkarte

1. Januar 2021

Die Zeichen auf manchen Kreditkarten sind mit Hochprägung gedruckt, auf anderen wiederum nicht. Warum ist es so?

Die Antwort aus der Geschichte

Wie so vieles findet man die Antwort in der Geschichte der Kreditkarte. Früher, als das Internet noch nicht so verbreitet war, wurden die Kreditkarten offline akzeptiert. Denn die ersten von Banken ausgegebenen Kreditkarten gab es in den USA schon in den 1950er Jahren. Zu dieser Zeit gab es logischerweise noch keine online-Verbindung zwischen dem Händler und der Bank. Also mussten die Kartendaten  irgendwie vom Händler gespeichert werden und später bei der Kreditkartengesellschaft zur Abrechnung vorgelegt werden. Hier kommen wir zu den hochgeprägten Daten auf jeder Kreditkarte.

„Ritschratsch-Gerät“ oder Imprinter

Jeder Händler, der Kreditkarten akzeptieren wollte, hatte von der Kreditkartengesellschaft ein mechanisches Gerät, einen s.g. Imprinter erhalten. In diesem waren mehrere Schichten Papierfirmulare enthalten inkl. Durchschlagpapier. Der Händler legte die Kreditkarte in das Gerät rein, zog eine Art Walze über und die hochgeprägten Zeichen der Kreditkarte (Name, Nummer, Verfallsdatum etc.) blieben als Abdruck auf dem Papier. Kein Abschreiben nötig!

Imprinter von VISA

Imprinter von VISA. Quelle: Wikipedia

Der Händler sammelte diese Zahlungsbelege und reichte sie bei der Kreditkartengesellschaft ein.

Und warum sind manche Karten ohne Hochprägung?

Nun ja, die Zeit vergeht, jede Kreditkarte enthält inzwischen einen Microchip, manche haben mehrere Chips, Antennen (für kontaktloses Bezahlen) oder sogar kleine Displays. Auch die Händler sparen sich meistens den Aufwand mit dem offline-Bezahlen oder bieten es trotzdem nur noch elektronisch ein. Wenn Sie während des Fluges also etwas im Flugzeug kaufen, geschieht diese Transaktion höchstwahrscheinlich offline und trotzdem elektronisch. Die Crew liest und speichert die Daten Ihrer Kreditkarte elektronisch mit einem Gerät ab. Erst nach dem Flug werden diese Daten an die Kreditkartengesellschaft weitergereicht.

vivid.money Metallkarte

Die vivid-Karte ist eine Debit-Karte aus Metall, also ohne Hochprägung.

Sprich, die Notwendigkeit die Karten mit Hochprägung herauszugeben hat sich stark reduziert. Dazu kamen neue Kartenmaterialien wie (Edel-)Metalle oder Holz zum Einsatz, bei denen die Hochprägung sehr aufwändig herzustellen wäre.

Ein zusätzlicher Faktor sind die Debit-Karten, die schon rein juristisch kein offline-Verfahren ermöglichen. Bei solchen Karten wird meistens bewusst auf die Hochprägung verzichtet, damit es rein physisch schon gar nicht möglich wäre so eine Karte offline einzusetzen. Ein Beispiel wäre hier die Karte von vivid.

Wie man am Beispiel von vivid sieht, trägt diese Karte gar keinen Aufdruck von der Kartennummer oder dem Namen des Besitzers! So ist sie auch noch fälschungssicherer – man kann die Daten nicht mehr abfotografieren.

Fazit: Hochprägung oder nicht

Die modernen Karten weisen immer weniger eine Hochprägung auf. Dabei spielen nicht nur ästhetische, sondern auch technische Faktoren eine Rolle. Der Akzeptanz der Karte schadet oder nützt es kaum, der Fälschungssicherheit aber schon. Besonders die Debit-Karten werden ohne Hochprägung herausgegeben.

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